VDST – DTSA – Ordnung Tauchen mit Behinderung VDST – CMAS –DD *

* Disability Diving

Dr. med. Konrad Meyne Version 05/2008

Vorwort

Die Ausbildungsrichtlinien DTSA-Tauchen mit Behinderung für Menschen mit eingeschränkter Leistungsfähigkeit infolge körperlicher oder Sinnesbehinderung ergänzen die jeweils gültige VDSTDTSA-Ordnung.

Ausbildungsziel

Sicheres Beherrschen der Ausrüstung und solcher Maßnahmen, die vorrangig der Sicherheit des Tauchers mit Behinderung dienen. Hierzu gehören die Tarierung in verschiedenen Tiefen, sicheres Auftauchverhalten und das Beherrschen von Maßnahmen in kritischen Situationen. Die taucherische Ausbildung muß dem eingeschränkten Leistungsvermögen angepasst sein und bezieht besonders geschulte Tauchbegleiter ein.

Ausbildungsstufen

Die Ausbildung von Menschen mit Behinderung zum Gerätetauchen umfasst den DTSA-DD-Grundtauchschein, das DTSA-DD-Basic mit Einstieg in das Freiwassertauchen und das DTSA-DD-* mit der Freiwassergrundausbildung.

Da eine eigenständige Durchführung von Gerätetauchgängen und Tauchgruppenführung nicht möglich sind, sind in der Ausbildung zum Gerätetaucher/zur Gerätetaucherin die DTSA-Stufen ** und *** sind nicht vorgesehen.

Ausbilder

Die Ausbildungs-und Prüfungsberechtigungen des VDST sind Grundlage für die Zulassung der Ausbilder. Zusätzlich sind eine theoretische und praktische Weiterbildung mit Abschluß der Ausbildungsberechtigung „Tauchen mit Behinderung“ für Trainer C (Tauchen) / VDST-CMAS ***, TL*, TL**; TL***; TL**** Voraussetzung.

Ausführungsbestimmungen

Die Ausführungsbestimmungen a), e) – m) der VDST-DTSA-Ordnung gelten entsprechend. Die unter b) aufgeführten Pflichttauchgänge entfallen und werden durch die in dieser Ordnung aufgeführten, der Behinderung angepassten Tauchgänge ersetzt. Apnoetauchgänge sind in der Ausbildung zum Gerätetaucher nicht berücksichtigt ( c) und n) ).

Grundsätzlich steht Tauchern mit Behinderung die Möglichkeit zum Nitrox-Tauchen zu. Nitroxtauchgänge für VDST-Nitrox* müssen den in dieser Ordnung vorgegebenen Pflichttauchgängen für VDST-DTSA-DD-* angepasst werden.

Schnuppertauchen

„Schnuppertauchen“ ist für Tauchinteressenten mit Behinderung nur nach hinreichender Vorbereitung im Schwimmbad oder unter schwimmbadähnlichen Bedingungen möglich und setzt einen hohen Betreuungsaufwand zur größtmöglichen Sicherheit voraus.

DTSA-DD-Grundtauchschein

Übungen mit ABC-Ausrüstung

0.1 Zeittauchen 30 Sekunden unter stetiger beliebiger Ortsveränderung

0.2 Streckentauchen 15 Meter ohne Neopren

0.3 Tieftauchen in rascher Folge dreimal bis 3 Meter

0.4 Zeitschnorcheln 20 Minuten mit Wechsel von Brust-und Rückenlage unter Zurücklegung einer Strecke von wenigstens 200 Metern. Die Zuhilfenahme von Armflossen und Schwimmhilfen ist zulässig.

0.5 15 Meter Schnorcheln zu einem Gerätetaucher, der in ca. 3 Meter liegt, Verbringen des Gerätetauchers an die Wasseroberfläche und anschließend 10 Meter an der Oberfläche transportieren.

0.6 Beherrschen der Ein-und Ausstiegstechnik am Beckenrand/ Ufer unter Zuhilfenahme der persönlichen Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl) und der Behinderung angepasstes eigenständiges An-und Ablegen der Ausrüstung im Wasser

Übungen mit DTG-Ausrüstung

1.1 In 2 bis 3 Meter Tiefe Ablegen des DTG mit Hilfe des Tauchpartners , Auftauchen, erneutes Abtauchen und Anlegen des DTG mit Hilfe des Tauchpartners

1.2 In 2 bis 3 Meter Tiefe Herausnehmen des eigenen Atemreglers aus dem Mund und während mindestens 2 Minuten Atmung aus dem Zweitautomaten des Tauchpartners mit beliebiger aber steter Ortsveränderung. Anschließend in dieser Tiefe ohne Ortsveränderung angedeutete Wechselatmung aus dem Zweitautomaten des Tauchpartners (Luftgeber). Der Tauchpartner behält seinen Hauptautomaten im Mund.

Nach 2 Minuten durchgeführter (angedeuteter) Wechselatmung wird ein gemeinsamer Aufstieg zur Oberfläche eingeleitet. Auf ausdrücklichen Wunsch kann die Wechselatmung auch durchgeführt werden.

1.3 In 2 bis 3 Meter Tiefe Fluten der Maske und Ausblasen. Anschließend bei herausgenommenem Atemregler langsames Aufsteigen bis zur Wasseroberfläche unter stetigem Ablassen von Atemluft.

1.4 In 2 bis 3 Meter Tiefe Bodenkontakt suchen, Entleeren des Taucherjackets und Wiederaufblasen mit dem Mund bis ein Schwebezustand erreicht ist. 3 Minuten Verweilen im Schwebezustand unter Atmung aus dem DTG.

1.5 10 Minuten Zeitschnorcheln mit DTG in beliebiger Brust-oder Rückenlage Hinweise für den Bewerber/die Bewerberin

Der Bewerber/die Bewerberin soll zeigen, dass -er/sie die für einen Tauchschein erforderliche körperliche Ausdauer besitzt -er/sie sich eine der Behinderung entsprechende Bewegungstechnik angeeignet hat -er/sie die Ausrüstung und das An-und Ablegen beherrscht -er/sie sicher tariert und sich unter Wasser selbständig stabilisieren kann -er/sie gelernt hat, außergewöhnliche Situationen in Ruhe zu beherrschen -er/sie mit Maßnahmen zur Sicherung des Tauchpartners vertraut ist

Hinweise für den Ausbilder

Die vorgegebenen Übungen sind der Behinderung individuell anzupassen, die genannten Prüfungsbedingungen sollten aber grundsätzlich erfüllt werden.

Besonders zu achten ist auf die Sicherung des Kandidaten bei allen Übungen unter Zuhilfenahme eines besonders geschulten und vom B-TL als geeignet erachteten Tauchpartners.

DTSA-DD-Basic

Kursziel

Der Bewerber soll das Freiwassertauchen unter Berücksichtigung der ihm möglichen Bewegungsfähigkeit kennenlernen.

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen hinsichtlich Mindestalter, Ausbildungsstufe, und Anzahl der Pflichttauchgänge entsprechen der DTSA-Ordnung 3.2.

Ausbilderqualifikation

VDST-DOSB-Trainer C (Tauchen) mit DTSA*** bzw. VDST-ATL unter Aufsicht und Absicherung eines VDST-CMAS-TL*, TL**, TL***, TL-**** mit Zusatzqualifikation „Tauchen mit Behinderung“

Theoretischer Teil

Entspr. VDST-DTSA-Ordnung

Praktischer Teil

Übungen mit ABC-Ausrüstung

0.1 Zeittauchen 30 Sekunden unter stetiger beliebiger Ortsveränderung

0.2 Streckentauchen 15 Meter ohne Neopren

0.3 Tieftauchen in rascher Folge dreimal bis 3 Meter

0.4 Zeitschnorcheln 20 Minuten mit Wechsel von Brust-und Rückenlage unter Zurücklegung einer Strecke von wenigstens 200 Metern. Die Zuhilfenahme von Armflossen und Schwimmhilfen ist zulässig.

0.5 15 Meter Schnorcheln zu einem Gerätetaucher, der in ca. 3 Meter liegt, Verbringen des Gerätetauchers an die Wasseroberfläche und anschließend 10 Meter an der Oberfläche transportieren.

0.6 Beherrschen der Ein-und Ausstiegstechnik am Beckenrand/ Ufer unter Zuhilfenahme der persönlichen Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl) und der Behinderung angepasstes eigenständiges An-und Ablegen der Ausrüstung im Wasser

Übungstauchgänge im Freigewässer mit DTG-Ausrüstung

1.1 Tauchgang 3 bis 10 Meter Tiefe, mindestens 15 Minuten Dauer. Gruppe: 1 Bewerber, 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

1.2 Tauchgang 3 bis 10 Meter Tiefe, mindestens 15 Minuten Dauer. Korrekte Gabe von 5 Unterwasser-Pflichtzeichen, die vom Tauchausbilder auf Schreibtafel vorgegeben werden. Gruppe: 1 Bewerber, 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

DTSA*-DD VDST-CMAS-Taucher-DD*

Kursziel

Der Bewerber soll in Theorie und Praxis mit den Grundsätzen für die Teilnahme an geführten Tauchgängen im Freiwasser für Taucher mit eingeschränkter körperlicher Leistungsfähigkeit vertraut gemacht werden.

Voraussetzungen

Entspr. DTSA*-Ordnung 4.2

Ausbilderqualifikation

VDST-CMAS-TL*, -TL**, -TL***, -TL**** mit Zusatzqualifikation „Tauchen mit Behinderung“

Theoretischer Teil

Entspr. DTSA*-Ordnung 4.4

Praktischer Teil

Übungen mit ABC-Ausrüstung

0.1 Zeittauchen 30 Sekunden unter stetiger beliebiger Ortsveränderung

0.2 Streckentauchen 15 Meter ohne Neopren

0.3 Tieftauchen in rascher Folge dreimal bis 3 Meter

0.4 Zeitschnorcheln 20 Minuten mit Wechsel von Brust-und Rückenlage unter Zurücklegung einer Strecke von wenigstens 200 Metern. Die Zuhilfenahme von Armflossen und Schwimmhilfen ist zulässig.

0.5 15 Meter Schnorcheln zu einem Gerätetaucher, der in ca. 3 Meter liegt, Verbringen des Gerätetauchers an die Wasseroberfläche und anschließend 10 Meter an der Oberfläche transportieren.

0.6 Beherrschen der Ein-und Ausstiegstechnik am Beckenrand/ Ufer unter Zuhilfenahme der persönlichen Hilfsmittel (z.B. Rollstuhl) und der Behinderung angepasstes eigenständiges An-und Ablegen der Ausrüstung im Wasser

Übungstauchgänge mit DTG-Ausrüstung

Bei allen Freigewässertauchgängen ist besondere Sorgfalt auf die Auswahl des Tauchplatzes und die Kenntnis der Rettungskette zu legen. Insbesondere ist auf zusätzliche Sicherungs-und Unterstützungsmaßnahmen am Ufer / auf dem Boot zu achten.

1.0 Tauchgang 6 bis 15 Meter Tiefe, mindestens 15 Minuten Dauer Tauchgruppe: 1 Bewerber, mindestens 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

1.1 Vollständiges und korrektes Anlegen und Überprüfen der Ausrüstung vor dem Tauchgang und Versorgen der Ausrüstung nach dem Tauchgang

1.2 in 2 bis 3 Meter Tiefe mit Bodenkontakt Herausnehmen des Atemreglers, Loslassen und „Wiederangeln“ des hinter seinem Rücken hängenden Atemreglers

  1. In 5 Meter Tiefe Fluten der Maske und Ausblasen.
  2. Tauchgang 6 bis 15 Meter Tiefe, mindestens 15 Minuten Dauer Tauchgruppe: 1 Bewerber, mindestens 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

2.1 Tarieren über den Inflator in 3 unterschiedlichen Tiefen

2.2 Geben und Reagieren auf 5 Unterwasserpflichtzeichen

  1. Herausnehmen des Atemreglers (Entfernung zum Tauchbegleiter maximal Armlänge), Antauchen des Tauchbegleiters und Atmung aus dem Zweitautomaten des Tauchbegleiters während des fortgesetzten Tauchgangs über mind. 5 Minuten.
  2. Tauchgang 6 bis 15 Meter Tiefe, mindestens 15 Minuten Dauer Tauchgruppe: 1 Bewerber, mindestens 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

3.1 Geschwindigkeitskontrolliertes Aufsteigen unter angedeuteter Wechselatmung aus dem Atemregler des Bewerbers aus der vom Tauchausbilder bestimmten maximalen Tiefe bis auf 5 Meter. Beendigung der angedeuteten Wechselatmung in 5 Meter Tiefe und Verbleiben für 3 Minuten (Sicherheitsstop). Anschließend langsames Auftauchen an die Wasseroberfläche. Auf ausdrücklichen Wunsch kann die Wechselatmung auch ausgeführt werden.

3.2 Rettungsmaßnahmen eines verunfallten Gerätetauchers an der Wasseroberfläche: Sicherung der Atemwege, Bleiabwurf, Geben von Notsignalen, Einleitung der Rettungskette

3.3 Demonstrieren der stabilen Seitenlage und der Schocklage und der Atemspende, soweit die körperliche Behinderung diese Maßnahmen zulassen.

Aufzählen der nachfolgend notwendigen Maßnahmen der Rettungskette

Tauchgang 6 bis 15 Meter Tiefe, mindetsens 15 Minuten Dauer Tauchgruppe: 1 Bewerber, mindestens 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder

4.1 Geschwindigkeitskontrolliertes Aufsteigen aus maximal 10 Meter Tiefe im Freiwasser bis an die Wasseroberfläche mit einem Stop von 1 Minute auf 3 Meter Tiefe

4.2 10 Minuten Schnorcheln in kompletter Ausrüstung an der Wasseroberfläche in beliebiger Lage.

  1. Orientierung: einfache Unterwasser-Navigation mit oder ohne technische Hilfsmittel, z.B. Bestimmung der Richtung des Rückweges auf Nachfrage des Ausbilders
  2. Tauchgang 6 bis 18 Meter, mindestens 15 Minuten Dauer Tauchgruppe: 1 Bewerber, mindestens 1 qualifizierter Tauchbegleiter, Tauchausbilder Tauchgang mit besonderen Aufgaben

z.B. kontrollierter Abstieg an einer Abstiegs-/Ankerleine, Unterwasserorientierung mit oder ohne technische Hilfsmittel, Unterwassernavigation, kontrollierter Aufstieg in Schwimmlage mit deutlichem Stop in mindestens 3 unterschiedlichen Tiefen. Nachweis der Fähigkeit, die Gewichtssysteme und das Jacket an der Oberfläche ablegen zu können. Vor dem Tauchgang Vorbereitung des Ausstiegs entsprechend den örtlichen Gegebenheiten und Kenntnis über notwendige Hilfsmittel.